Woodchoppers

Historische Tatsachen über die Entstehung des " lignum malleus " oder auch Holzhammer

Wir unterscheiden heute zwischen dem "lignum malleus maximus", dem sogenannten großen Holzhammer, der sich durch seine besonders breiten Seitenteile auszeichnet und damit besonders treffsicher ist und dem "lignum malleus communis" oder auch kleiner Holzhammer genannt, der sich mehr für die Hausfrau in der Küche bei der Zubereitung der PNP-Schnitzel eignet. PNP steht hier für die Reihenfolge -Paniermehl-nichts-Paniermehl.

Ihnen ist sicherlich nicht bekannt, daß DL30E, OM Wolfgang Oepen, sich in seiner Freizeit mit holzgeschichtlichen Studien befaßt. Dies trug ihm schon vor Jahren den Beinamen "malleus caput" oder auch Holzkopf ein, kein Wunder, als erster Träger des "lignum malleus maximus" oder auch großer Holzhammer ist man geradezu zu dieser historischen Studientätigkeit aufgerufen.

Wie immer, wenn es in unseren Breitengraden historisch wird, sind die alten Römer im Spiel.

Als vor nunmehr fast 2 0 0 0 Jahren mit Cäsar eben diese alten Römer, die damals durchaus nicht alt waren, hier in diese anmutige Gegend westlich des "rhenus fluvius“, des Rheinflusses kamen, brachten sie nicht nur die die später dann so gepriesene
Zivilisation mit, sondern in ihrem Gefolge auch viele Handwerker und das nötige Handwerkszeug.

Was Ihnen jetzt berichtet wird, ist durch viele Ausgrabungen und überlieferte Berichte historisch mehr als gesichert. Beachten Sie daher genau die Daten und die Namen, die im folgenden genannt werden. Dabei sind einige Zusammenhänge durchaus zufällig und beabsichtigt.

In seinem berühmten Werk über Germanien und die Germanen beschreibt Tacitus den Gajus Pollatus, der mit seiner kleinen Kohorte bei dem kleinen Römerlager Suetoniacum lebte. Dieses Suetoniacum wurde später schlicht Sötenich.

Zu jener Zeit war Drusus Lallus Septimus genannt, Arcus Camellus der Hauptmann der Darcischen Legion in Colonia Agrippinensis.

Diese Darcische Legion bestand in jenen Jahren, nach heutiger Zeitrechnung würden wir sagen, es war um das Jahr 64 herum, aus nur 21 Kohorten. Erst mit der Gründung der 22. Kohorte im Gebiet um Suetoniacum bereitete sich die Darcische Legion auch in diesen Wäldern aus.

Die Hauptaufgabe der Darcischen Legion war die schnelle Übermittlung von Nachrichten aller Art. Sie alle werden wissen, daß die Römer schon solch ein System der schnellen Nachrichtenübermittlung kannten, erfunden von Gajus Morconius. Heute hat man durch intensive Ausgrabungen festgestellt, daß die Darcische Legion in Colonia Agrippinensis um das Jahr 81 herum sogar 41 Kohorten hatte, manche waren groß und träge, andere wieder klein und aktiv.

Aber lassen Sie uns jetzt auf Tacitus zurückkommen, der an einer Stelle sehr ausführlich über das Leben in Suetoniacum schreibt:

Wenn du aber unseren guten Straßen durch die dunklen germanischen Wälder folgst, so kommst du nicht unweit der Quellen, die unsere große Stadt Colonia mit wirklich gutem Wasser versorgen, in eines jener kleinen Lager unserer sieggewohnten Soldaten, wie du sie hier überall finden kannst. Doch dieses Lager ist ein besonderes, frisches Wasser ge-mündet dort zur Labung für diejenigen, die Trost und Heilung suchen.

So fand ich Gajus Pollatus aus Noricum, dem heutigen Österreich, mit seiner Kohorte. Sie kämpfen schon lange nicht mehr, ihre Hauptarbeit bestand aus der Fertigung und Verteilung eines Gerätes, welches die Kraft des Armes gewaltig verstärkte.

An einem längeren Stiele wurde von den Mannen der 22er Kohorte ein vierkantiger Klotz befestigt, alles aus festem und schönen Holz und über und über mit zauberkräftigen Zeichen geschmückt.

Soweit die Ausführungen von Tacitus.

Hier nun endlich finden wir die erste schriftliche Überlieferung und Vertreibung eines "lignum malleum" und seine genaue Beschreibung durch Tacitus. Doch auch was er schreibt, ist von großer Bedeutung.

Weiter mit Ausführungen von Tacitus:

Nachdem man, wie wir von Gajus Pollatus erfahren, den ersten großen Holzhammer- den "lignum malleus maximus" an den Nachfolger des Septimus Arcus Camellus, den Drusus Lallus Tertius genannt Oktavius Ephesus, der bei Castra Bonna lebte, geschenkt hatte, wollte alle Welt dieses neue Gerät sehen und in seinen Besitz kommen.

Viele Bilder des Wunderhammers wurden von den Mannen der 22. Kohorte der Darcischen Legion als Papirus Diplomaticus verschickt und man tat damals viel für die Erlangung dieses Papirus im römischen Reich.

Ein großer Holzhammer wurde nach dem Norden zu einem Nachfahren von Hermann dem Cheruscker gesandt, ein anderer ging in die Nähe von Moguntia - dem heutigen Mainz. Eine Escorte der 22. Kohorte machte sich sogar eines Tages auf die Reise nach Noricum - dem heutigen Österreich- um dem Hauptmann der dortigen Legion in Iuvavum - dem heutigen Salzburg - einen besonders starken und ehrenvollen großen Holzhammer zu schenken.

Soweit nun Tacitus.

Sie sehen, der Aufschwung in jenem Teil Germaniens durch die Erfindung des Gajus Pollatus und der Mannen der 22. Kohorte ist nicht zu beschreiben. Doch nicht die Mannen alleine waren es, auch die tapferen Frauen der 22. Kohorte verdienen die Erwähnung. Sie haben zur Verbreitung des Holzhammers viel beigetragen. Besondere Verdienste hat sich die Frau des Pollatus, die freundliche Angela Polatta erworben. Sie wurde von Tacitus als die " mater kohorta " bezeichnet.

Text aus einer Rede von Wolfgang Oepen, DL3OE, (1. Großer Holzhammerträger) aus Anlaß des Festkommers des Ortsverbandes von 1979 /veröffentlicht 1981

Wir finden noch heute viele Zeugen aus damaliger Zeit in dieser schönen Gegend, in der einst die 22. Kohorte der Darcischen Legion ihr Unwesen trieb. Wenn Sie mit wachem Auge durch die Eifel fahren, werden Sie feststellen, hier ist historischer Boden.

Zum Abschluß mögen Sie verzeihen, wenn dieser Bericht so weit in die Vergangenheit führte. Und wenn hierbei einige Begriffe und Zeitpunkte etwas durcheinander gekommen sind , nehmen Sie dieses nicht krumm.